200 Jahre Streit
Hoher Besuch stand kürzlich ins Haus- der Bürgermeister Wilhelm Schröder traf sich mit 25 Schülerinnen und Schülern der Kapitän-Koldewey-Grundschule am TuDu-Tag im Konferenzraum. Sehr zum Erstaunen der Kinder erschien er im Festanzug mit Zylinder, Schärpe und roter Rose im Revers. Was es damit auf sich hatte und was ein Bürgermeister eigentlich den ganzen Tag so macht erklärte er dann ganz ausführlich.
Ein Bürgermeister hat viele Aufgaben und muss viele Entscheidungen treffen- allerdings macht er das nicht allein, sondern stimmt sich mit den Ratsmitgliedern ab. Zum Beispiel geht es um die Gestaltung von öffentlichen Plätzen oder die Berücksichtigung von nachhaltigen Energiequellen. Es wurden viele Fragen gestellt und der Bürgermeister hatte auf alle überzeugenden Antworten. Manche waren auch sehr ehrlich und menschlich, zum Beispiel, dass auch er manchmal keinen Bock auf manche Jobs hat.
In seiner Freizeit spielt er übrigens Golf, liest Bücher und hilft seiner Frau im Garten. Ach ja, er ist Werderfan! Bürgermeister*in wird man übrigens, indem man gewählt wird- genau wie in der Schule die Klassensprecher*innen, nur dass diese nicht fünf Jahre im Amt sind!
Was hat es jetzt mit dem Streit auf sich, der 200 Jahre dauerte? Herr Schröder erzählte, dass demnächst wieder das Bürger-und Bauernschießen stattfindet und dass das auf eine jahrhundertealte Tradition zurückgeht. Alle umliegenden Dörfer und Bücken sind daran beteiligt. Einmal stritten die Bürger und die Bauern, wer nun besser geschossen habe. Man konnte sich nicht einigen und feierte ab da 200 Jahre getrennt. Erst 1982 kam man auf die Idee, sich zu vertragen und seitdem wird ungefähr alle 5 Jahre gemeinsam gefeiert. Das Fest dauert vier Tage und findet vom 25.-28. Juni 2026 statt. Dabei gibt es viele interessante Programmpunkte, nicht zuletzt den großen Ummarsch mit mehreren Musikkapellen, Reitern auf Pferden und vielen hundert Leuten am letzten Tag. Dabei tragen alle einen schwarzen Anzug, einen Zylinder, eine weiße Fliege und Handschuhe. Jeder hat eine rote Rose im Revers- nun ist klar, warum Wilhelm Schröder bei seinem Besuch so angezogen war. Es gibt übrigens auch einen Kinderkönig, der wird am 20. Juni ermittelt- hoffentlich ohne Streit!
Was wir außerdem erfahren haben: Wir wissen nun, dass es weniger öffentliche Mülleimer in Bücken gibt, weil zu oft Menschen dort ihren gesamten Hausmüll hineingeworfen haben. Im Bürgerholz musste der Trimm-dich-Pfad abgebaut werden, weil er nicht mehr sicher genug war. Falls sich dort jemand verletzt hätte, müsste die Gemeinde dafür unter Umständen aufkommen. Wir haben außerdem erfahren, dass es im Vergleich zur restlichen Samtgemeinde besonders viele Photovoltaikanlagen in Bücken gibt. In dem Bereich tut Bücken viel, um nachhaltiger zu werden. Herr Schröder setzt sich schon seit 25 Jahren für unseren Flecken ein. Ein großes Vorbild war sein Vorgänger für ihn. Wusstet ihr, dass der Bürgermeister ehrenamtlich arbeitet und gar keine richtige Bezahlung sondern nur eine kleine Aufwandsentschädigung für sein Engagement bekommt? Das verdient unsere Anerkennung und Dank!
Falls ihr auch Fragen an den Bürgermeister habt, könnt ihr die Bürgersprechstunde am Montag von 17 bis 18 Uhr nutzen.